Themenausschreibung Magisterarbeiten


Thema 1: Entertainment-Education: Die unterhaltsame Vermittlung von Wissen

Im deutschsprachigen TV boomen Ernährungs- und Diätratgebershows wie „Sasha Walleczek isst anders“ oder „The Biggest Loser“. Vermitteln solche Shows tatsächlich Wissen über Ernährung? Und wenn ja, mit welcher Formatgestaltung wird dies erreicht? Theoretischer Hintergrund solcher Fragen ist der Entertainment-Education-Ansatz (E-E), der davon ausgeht, dass Film- und Fernsehunterhaltung/-entertainment geeignete Mittel sind, um explizites und implizites Wissen auf emotionaler wie auf kognitiver Ebene zu implementieren und unter Umständen sogar Verhaltensänderungen zu bewirken. Thematisch reicht dies von der unterhaltsamen Vermittlung von Wissen über politische Inhalte und demokratische Prozesse und Strukturen, über Gesundheitsaspekte bis hin zur unbewussten Implementierung von allgemein akzeptierten Werten und Haltungen und moralischen Verhaltensstandards. Während es bereits zahlreiche Befunde aus den USA, Südamerika und Indien zur Wirkung von E-E in den verschiedensten Bereichen (Alphabetisierung, Verhütung, Familienplanung, usw.) gibt, ist dieses Forschungsgebiet in Österreich noch unterbeleuchtet. Zu diesem Bereich sind mehrere Arbeiten, nicht nur zu Ernährung und Diät, denkbar. 


Thema 2: Politische Kommunikation im Web 2.0

Welche Rolle spielen social media (Twitter, Facebook, Youtube, Blogs) für die Wahlkampfkommunikation der Politik und Medien? Wie beeinflussen sich Themen gegenseitig und welche Dynamiken entwickeln sich dabei? Wie stellen sich Medien und Politik in social media dar? Innerhalb der politischen Kommunikation wurde der Fokus der Analyse bisher auf klassische Medien gelegt; während hingegen neue Medien unbeachtet blieben. Ein dementsprechendes Analysetool ist zu entwickeln und anzuwenden. Die Analyse kann insbesondere im Rahmen der Nationalratswahl 2013 oder sonstiger Wahlen durchgeführt werden.


Thema 3: Irak-Krieg und Storytelling. Welche Geschichten uns JournalistInnen erzählen

Der zweite Irakkrieg gilt heutzutage als völkerrechtswidrige Invasion in den Irak durch die USA. Begonnen mit einer Bombardierung Bagdads am 20. März 2003 wurde er offiziell von US-Präsident George W. Bush am 1. Mail 2003 mit dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein für beendet erklärt. Die Besetzung des Irak dauert bis 2011. Im Rahmen des international eingebunden und vom Vater des Agenda-Setting, Maxwell McCombs, initiierten Projekts „Network Agenda Setting Research on the Iraq War“ will dieses Projekt u.a. die Fragen beantworten: Wie wurde der zweite Irakkrieg in den österreichischen Medien kommuniziert? Welche Geschichten erzählten JournalistInnen dabei?


Thema 4: Geschichte im Fernsehen: Zwischen Informationsvermittlung und Unterhaltung

„Gedenkjahr 2014 – 100 Jahre Erster Weltkrieg“: 2014 jährt sich der Beginn des 1. Weltkriegs zum 100. Mal Rund ein Dutzend europäischer Fernsehanstalten produzieren aktuell mehrteilige Dokudramen. Im Rahmen des Projekts „Geschichtsvermittlung im transnationalen Raum“ soll der 1. Weltkriegs hinsichtlich Darstellung, Nutzung oder Wirkung auf RezipientInnen (psychosoziale Dispositionen, Interpretationsschemata, Identität, Humanitätsvermittlung) untersucht werden. Das Projekt befasst sich außerdem bereits seit längerer Zeit mit dem 2.Weltkrieg und dem Holocaust. Erste Wirkungsstudien der französisch sprachigen Dokumentation „Nacht und Nebel“ wurden bereits in Österreich, Deutschland, Israel und Russland durchgeführt. Ziel ist es nun, Rezeptionsstudien in Großbritannien, Türkei, Ungarn und Polen durchzuführen. Nichtsdestotrotz können auch weitere geschichtliche Stoffe untersucht werden.


Thema 5: Humor: die vielen Facetten von Humor 

„Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.“ (Alfred Adler, 1927). Im Rahmen des sozialwissenschaftlichen Forums wurde ein „Humortest“ konzipiert, ein Instrument, das die drei Hauptdimensionen des Humors - Humorstil, Humorfähigkeit und Humorkontrolle - misst. Einzelne Subdimensionen des Tests wurden bereits in zahlreichen Designs genutzt. Nun gilt es einerseits, den Test in seiner Gesamtheit empirisch zu validieren, andererseits auch, ihn für Inhaltsanalysen zu operationalisieren.